Fundektomie des Uterus
Beschreibung des Materials
Die operative Erhaltung des Uterus gewinnt bei der Entwicklung neuer chirurgischer Verfahren zunehmend an Bedeutung, da sie sich positiv auf die Patientinnenzufriedenheit auswirkt. Dieses Protokoll beschreibt die erste prospektive Untersuchung einer operativen Fundektomie bei Patientinnen, die sich aufgrund benigner gynäkologischer Erkrankungen einer Hysterektomie unterziehen sollten.
Zu den häufigsten benignen uterinen Pathologien, die zur Hysterektomie führen, zählen Uterusmyome, Adenomyose, Endometriumhyperplasie sowie abnorme bzw. dysfunktionelle uterine Blutungen. Obwohl viele dieser Patientinnen keine Kinderwunschabsicht mehr haben, wird die Hysterektomie als radikale Entfernung eines zentralen inneren Sexualorgans häufig als körperlich und psychosexuell belastend erlebt. Körperbild, Sexualität und Lebensqualität spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Daher besteht ein hoher Bedarf an organerhaltenden chirurgischen Alternativen, die eine Reduktion iatrogener Schäden bei gleichzeitigem funktionellem Erhalt ermöglichen.
In dieser Arbeit wird eine neuartige chirurgische Technik, die „Uterus-Fundektomie“, vorgestellt – ein Verfahren, das wesentliche Nachteile der Hysterektomie reduziert, indem ein Teil des Uterus erhalten bleibt, was potenziell positive Effekte auf Sexualfunktion, Körperbild und Menstruationsmuster haben kann. Beschrieben werden die operativen Details sowie Outcomes und Zufriedenheit von 50 prospektiv eingeschlossenen Patientinnen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Uterus-Fundektomie bei benignen uterinen Erkrankungen gute funktionelle Resultate sowie eine hohe Patientinnenakzeptanz aufweist und im Vergleich zur Hysterektomie als schonendere Option wahrgenommen wird.
Operationsbeschreibung
Bei der Uterus-Fundektomie wird zur Blutungsreduktion zunächst ein Tourniquet unterhalb der Ovarien am unteren Uterussegment angelegt, sodass die uterinen und ovariellen Arterien temporär komprimiert werden.Anschließend erfolgt die Abtrennung des Corpus uteri in Form eines umgekehrten Trapezes mittels monopolarem Elektrokauter. Der obere Abschnitt des Trapezes, der den gesamten Fundus uteri umfasst, wird reseziert, während die Tube uterinae sowie das Cornu uteri erhalten bleiben.
Der untere, schmalere Trapezrand wird exakt 1 cm oberhalb des inneren Muttermundes gesetzt, sodass eine kleine uterine Kavität einschließlich des sie auskleidenden Endometriums bestehen bleibt.Das Dach der neu entstandenen Uterushöhle wird separat mit 2-0 Vicryl verschlossen. Die lateralen Anteile des Corpus uteri werden an die obere Uterusoberfläche adaptiert und verschlossen. Der Totraumverschluss erfolgt mittels 0 Vicryl.Nach vollständiger Rekonstruktion wird das Tourniquet geöffnet und die Hämostase überprüft sowie sichergestellt.
JMIR Res Protoc 2017;6(10):e150doi: 10.2196/resprot.7536PMID: 29017989PMCID: 5654736
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