Ösophageale SEMS-Implantation – Tipps und Tricks
Beschreibung des Materials
Falldarstellung:Ösophageale SEMS-Implantation – technische Durchführung mit Tipps und Tricks während des Eingriffs.
Schritt 1: Diagnostische EndoskopieTipp: Verwenden Sie ein dünnkalibriges Endoskop (pädiatrisches Gastroskop oder spezielles ultradünnes Endoskop). Dieses passiert eine hochgradige Stenose mit höherer Wahrscheinlichkeit ohne Prädilatation und reduziert so das Risiko einer Perforation erheblich. Das Endoskop darf niemals mit Gewalt vorgeschoben werden. Falls das Passieren nicht gelingt, dient der Führungsdraht als Leitsystem.
Schritt 2: Platzierung des FührungsdrahtesWichtiger Hinweis: Unter direkter Sicht wird ein steifer, hydrophiler Führungsdraht durch die Stenose in den Magen vorgeschoben. Die Lage im Magen muss fluoroskopisch bestätigt werden. Der Drahtzugang darf nicht verloren gehen – er ist die Lebensader des Eingriffs.
Schritt 3: Strikturdilatation – „Wann und Wie“Grundregel: Eine Prädilatation sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Moderne Stentsysteme haben einen geringen Durchmesser (10–11 Fr). Das Vorschieben eines Stents durch ein frisch dilatiertes, fragiles Tumorgewebe ist eine Hauptursache für Perforation und Blutung.Ausnahme: Bei extrem enger Stenose, durch die das Stentsystem nicht passiert, ist eine minimale, vorsichtige Dilatation erforderlich – z. B. mit einem kleinen Ballondilatator (6–8 mm) oder Savary-Gilliard-Dilatatoren über Draht. Dilatieren Sie nur so weit, dass das Stentsystem passieren kann, niemals auf den vollen Stentdurchmesser.
Schritt 4: Stentfreisetzung – der entscheidende MomentFluoroskopie großzügig einsetzen: Die gesamte Stentfreisetzung muss unter kontinuierlicher fluoroskopischer Kontrolle erfolgen.Landmarkierung: Das Stentsystem so positionieren, dass der Stent die gesamte Stenose mit ausreichendem Sicherheitsabstand (~2 cm) in gesundem Gewebe proximal und distal überbrückt. Hautmarker (z. B. unter Durchleuchtung platzierte Büroklammern) oder endoskopische Clips können zur Orientierung dienen.Deployment-Technik: Stent langsam und kontrolliert freisetzen. Moderne Systeme werden meist durch Zurückziehen einer Hülle vom distalen Ende her ausgelöst.Tipp zur proximalen Platzierung: Während der Öffnung „springt“ der Stent distal um 1–2 cm. Deshalb den proximalen Rand initial 1–2 cm oberhalb des Zielpunktes positionieren.Vorteil des distalen Releases: Da der Stent distal zuerst freigesetzt wird, kann die Position dort bestätigt werden, bevor der proximale Anteil endgültig freigesetzt wird. Ggf. ist ein leichtes Zurückziehen des Systems möglich, solange die proximale Freisetzung noch nicht erfolgt ist.
Schritt 5: Kontrolle nach StentfreisetzungDas Stentsystem und der Führungsdraht dürfen nicht sofort entfernt werden.Tipp: Das Endoskop durch den Stent vorschieben, um zu prüfen:
Passagefähigkeit: Lumen ist offen.Position: Stent überdeckt die Stenose und ggf. Fisteln vollständig.Wandanlagerung: Stent ist vollständig expandiert und an die Ösophaguswand angelegt.Kontrolle auf Blutung oder Perforation.
Dieser Benutzer auch teilen
ERCP beim Mirizzi-Syndrom
boudabbous sami
Anzeigen: 2057
Blutung durch Ösophagusvarizen
boudabbous sami
Anzeigen: 4194
Einlage eines selbstexpandierenden Metallsten...
boudabbous sami
Anzeigen: 1531
Pancreas Divisum – Endoskopischer Blick auf d...
boudabbous sami
Anzeigen: 2718
ERCP: Platzierung eines selbstexpandierenden...
boudabbous sami
Anzeigen: 2637
Ähnliche
Abberanter Gallengang mit Cholestase
EUS and more
Anzeigen: 42
ERCP bei Choledocholithiasis
EUS and more
Anzeigen: 72